Publishing Markt für Tablets ist reif für Veränderungen

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Diese Woche gab es zwei interessante Beiträge auf Signal vs. Noise, Blog von 37signal:

Tablets are waiting for their Movable Type
Publishers shouldn’t be app developers

Beide Beiträge behandeln Schwierigkeiten beim Veröffentlichen von Magazinen oder Zeitungen für Tablets wie das iPad. Wenn Herausgeber solche Inhalte fürs iPad und andere Tablets veröffentlichen wollen, so läuft dies aktuell meist so, dass dafür eigene Apps entwickelt werden, die dann die eigentlichen Inhalte darstellen. Weil nun Herausgeber sich meist nicht sonderlich gut mit Softwareentwicklung auskennen, hat dies oft langsame, instabile und nicht unbedingt benutzerfreundliche Apps zur Folge. Man kann nun einwenden, dass es z.B. Newsstand für iOS gibt, das eine Art Standardverfahren darstellt, um Magazininhalte auf dem iPad zu präsentieren und zu abonnieren. Allerdings ist Newsstand tatsächlich nicht mehr als ein besonderer iOS Ordner, der immer noch ganz normale Apps enthält.

DHH fasst den beklagenswerten Zustand von Magazin Apps so zusammen:

These magazine apps completely suck, generally speaking. They suck in the same ways that the CD-ROM rush of the 90s sucked. They suck for all the reasons poorly written native software sucks: They’re slow, they crash, they get stuck.

Ryan bringt ein interessantes Argument an, indem er Publishing für Tablets heutzutage mit Publishing fürs Web zur Zeit vor 2000 vergleicht:

Remember the web before Movable Type? If you wanted a blog you had to program one. You had to know databases and webhosts and PHP or Perl. If you were “just” a web designer, or a writer with ideas, you had to hire an in-demand web programmer to make it happen. Publishing was expensive and hard.

Bevor es Blogging Plattformen wie Movable Type oder WordPress gab, bedeutete Publishing fürs Web im Wesentlichen, dass man eine Website in einer gängigen Programmiersprache wie PHP oder Perl mit darunter liegender Datenbank entwickeln oder ein kompliziert zu bedienendes CMS einsetzen musste. Zur damaligen Zeit steckte Software Entwicklung fürs Web immer noch ein wenig in den Kinderschuhen und es gab noch keine dieser großartigen Frameworks wie Ruby on Rails, welche die Entwicklung fürs Web standardisiert und deutlich vereinfacht habe. Der ganze Entwicklungsprozess war damals fehleranfällig, langwierig und komplex.

Ryan führt nun weiter aus, dass der nächste Schritt beim Publishing für Tablets eine vergleichsweise standardisierte Platform sein müsse ähnlich den verschiedenen Blogging Plattformen fürs Web:

Now is a great time for another Movable Type. Writers would love a way to push serialized content straight to tablets, and the experience would be a boon to readers. Tablets are the best way to read, and Newsstand is the equivalent of RSS for non-geeks. Hopefully apps like The Magazine inspire somebody to make this happen.

Dem ist glaube ich nichts hinzuzufügen, allerdings gibt es in diesen beiden Beiträgen noch einen anderen interessanten Aspekt. Beide haben als Thema „Content Publishing für Tabletts nervt!„.

Wenn man dieses Thema mit Jason’s Artikel vom Anfang des Monats in Verbindung bringt, in dem er beschreibt, wie 37signals in der letzten Zeit seine Produktlinie zurecht gestutzt hat, um Platz für neue, anstehende Produkte zu machen, so wird daraus folgendes Bild: 37signals wird bald ein neuartiges Tablet Publishing Produkt veröffentlichen und bereit nun schon einmal die Bühne dafür vor.

Wenn man sich 37signals schon beeindruckende Vergangenheit als Herausgeber von Signal vs. Noise, Getting Real und REWORK anschaut, so macht dies in der Tat wine Menge Sinn, insbesondere in Anbetracht ihres“Scratch your own itch“ Grundsatzes.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein solches Publishing Produkt von 37signals ziemlich bald geben wird und wenn man sich deren bisherige Erfolgsgeschichte so anschaut, könnte dieses Produkt durchaus für einigen Wirbel auf dem Markt für Tablet Publishing Lösungen sorgen.

Für Zwischenzeit wollte ich hier noch kurz auf einige vielversprechende Tools und Dienste hinweisen, die das Veröffentlichen von Inhalten für Tablets und verschiedene eBook Format vereinfachen:

About the author: Bjoern
Independent IT consultant, entrepreneur

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